21. Mai 2017

Nachricht

Kirche der Zukunft

Bild: Logemann

„Das ist echt schwieriger als gedacht“, lacht Christine Früchtenicht-Wydora mit einem Blick auf die langsam wachsende Bauklotzkirche. „Vielen Menschen fällt es schwer, sich spontan zu äußern, wenn wir nach ihren Wünschen und Träumen für die Kirche der Zukunft fragen. Und dann zucken halt auch etliche vor dem Mikro zurück.“ Doch das Mikro ist wichtig. Die Markloher Zukunfts-Kirche soll nämlich am Ende Teil einer Ausstellung rund um den Reformationsgottesdienst am 31.10.2017 in der St. Martinskirche Nienburg werden. Und dafür haben sich Früchtenicht-Wydora und ihre Mitstreiter Ralf Bürmann und Oliver Seidler etwas Besonderes einfallen lassen: Sie haben Holzklötze hergestellt, auf welche die Teilnehmenden ihre Wünsche aufschreiben können. Dann sucht sich jeder einen Platz für seinen / ihren Holzklotz und leimt ihn auf einer großen Platte fest. Dabei wird der Bau der Kirche die ganze Zeit gefilmt, um danach in Zeitraffer zusammengeschnitten und auf einem Bildschirm gezeigt werden zu können. Im Hintergrund soll eine Tonspur laufen, auf welcher die Menschen ihre Wünsche und Vorstellungen für die Zukunfts-Kirche nochmal vorlesen. Darum das Mikro.

„Anfangs ging es echt schleppend, aber jetzt kann man langsam die Außenmauern erkennen“, meint Früchtenicht-Wydora. Sie haben das Gemeindefest der Kirchengemeinde als Startschuss für ihr Projekt gewählt, wollen in den kommenden Monaten aber noch weiter daran bauen. „Die Vielfalt ist wirklich sehr groß. Manche kommen und sagen: Alles gut so, wie es ist – wir brauchen keine Veränderung. Andere hingegen sind kritischer, haben konkrete Wünsche und Vorstellungen.“ Und so findet sich eine bunte Vielfalt an Anregungen und Wünschen auf der stetig wachsenden Holzkirche. „Mehr miteinander“ schreibt jemand, und direkt darunter steht einfach nur „Offenheit“. Ganz unten in der ersten Reihe liegt ein Baustein mit der Aufschrift „alles gut“, daneben „Erhaltung der Deckengemälde“ und rechts davon „Jugendarbeit“. „Godi um 11:00“ ist ebenso ein Wunsch wie „gemeinsames Singen“ und „besser sitzen“. Und auf einem Baustein wird sich die „Einigung der Christen“ gewünscht.

Noch fehlen der Markloher Zukunfts-Kirche die Rückwand und das Dach – vielleicht auch ein Turm. Aber Früchtenicht-Wydora, Seidler und Bürmann arbeiten daran, fragen immer weiter und hoffen auf viele spontane, kritische, kreative und ehrliche Antworten. Denn „Reformation geht weiter“, wie es auf dem Banner neben der Holzkirche heißt.