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Wieso, weshalb, warum? Jugendliche einbinden

Nachricht 12. Februar 2018
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Am 11.März 2018 werden in allen Gemeinden der Landeskirche Hannovers die neuen Kirchenvorstände gewählt. Der Kirchenkreis Nienburg hat in diesem Zusammenhang eine eigene Plakatreihe entwickelt, zu deren Slogans in den kommenden Monaten jeweils Gespräche mit amtierenden KirchenvorsteherInnen geführt. Diesmal lautet das Thema: Wieso, weshalb, warum? Jugendliche einbinden.

Anja Lüdeke kommt aus Wietzen, ist seit acht Jahren im Kirchenvorstand dabei und dort vor allem für den Friedhof und die Jugendarbeit zuständig. Henning Karow aus Estorf sitzt seit sechs Jahren im Kirchenvorstand. Er hat seine Entscheidung, sich für dieses Amt aufstellen zu lassen, nicht bereut. „Es macht Spaß!“, sagt er, weshalb er sich genau wie die anderen auch wieder zur Wahl stellen wird. Roland Gruschka kommt aus Erichshagen, wo er seit 12 Jahren im Kirchenvorstand ist. Er wurde damals direkt darauf angesprochen, ob er nicht kandidieren wolle, sonst wäre er wohl nicht drauf gekommen, meint er.  Aber dann habe er gedacht: „Warum eigentlich nicht?“ Alle drei sind sie zu einem Gespräch über das Thema „Jugendliche in der Kirche“ zusammengekommen.

„Die Jugend ist ein Teil der Kirche, muss ein Teil der Kirche sein – sonst stirbt die Gemeinde“, sagt Gruschka bestimmt. „Darum haben wir damals im Kirchenvorstand eine Zielvereinbarung getroffen, in der die Jugendarbeit ein Hauptziel ist.“ „Ja, das sehe ich auch so“, schließt sich Lüdeke an. „Das Ziel sollte sein, den Jugendlichen Raum zu geben, einen Treffpunkt…das muss nicht immer alles hochtheologisch sein. Bei uns machen die Jugendlichen eigentlich alles selber – wir unterstützen sie dabei nur.“ Und auch in Estorf wird den Jugendlichen viel Freiraum gegeben, wie Karow betont.

In allen drei Gemeinden gibt es Jugendtreffs und oft sind die Jugendlichen selber als Teamleiter in der Kinder- und Jugendarbeit tätig. Zu dem Vorurteil, die Jugendlichen würden ja sowieso nach ein paar Jahren verschwinden, und darum lohne es sich nicht, Energie in die Arbeit mit ihnen zu stecken, meint Gruschka: „Klar sind viele nach der Schule erstmal weg, grad auf dem Dorf. Aber manche kommen dann nach einigen Jahren auch wieder zurück und bringen sich als Erwachsene in der Gemeinde ein. Und selbst wenn sie gehen – sie nehmen ja die Sicherheit und die Verbundenheit zu ihrer Kirche mit.“

Dass die Jugendarbeit auf Kirchenkreisebene super sei, darin sind sich alle einig. „Der Kreisjugenddienst macht echt ein tolles Programm“, sagt Karow. „Vor allem die Jugendleiterkurse auf Spiekeroog sind super.“ Auch Lüdeke meint, dass die Jugendlichen sehr davon profitieren. „Und das ,Mitdenken, mitreden, mitentscheiden‘, welches bei uns auf den Wahlplakaten zur Kirchenvorstandswahl steht, das gilt besonders für Jugendliche. Es ist einfach wichtig, dass die eingebunden werden – auch in die Kirchenvorstandsarbeit.“ Die Gottesdienste moderner zu gestalten, wie es von vielen Jugendlichen gewünscht wird, sei allerdings auch nicht immer so einfach, meint Karow – da gilt es viele Interessen unter einen Hut zu kriegen. „Ach, auch die Älteren freuen sich doch über einen Jugendgottesdienst“, wirft Gruschka lachend ein.

Eines jedenfalls ist für alle ganz klar: „Kirchenvorstandarbeit heißt nicht nur, mit dem Klingelbeutel zu gehen…“, sagt Lüdeke. „…oder Gottesdienste zu feiern.“, ergänzt Gruschka. Und Karow erzählt er sei ganz erstaunt gewesen, als er feststellte, was da alles dran hängt. „Es wird halt wirklich alles miteinander diskutiert – ob es nun um Bau, Finanzen, Friedhof, Gottesdienste, Jugendliche, Kinder, Senioren, Flüchtlinge, Gemeindefeste oder Konzerte geht. Wir reden so lange miteinander, bis am Ende meist alle sagen „So machen wir es!“ Und genau das ist es auch, was an dieser Arbeit Spaß macht.“