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Bild: emsz

Kirchenmusik - Komponieren im Homeoffice

22. April 2020

In dieser Zeit hat es auch die Kirchenmusik ins Home Office getrieben. Kirchenkreiskantor Christian Scheel berichtet über sein Online-Projekt, dass er mit vier weiteren Musikern von zu Hause aus realisiert hat:

"Das Stück „Komm! Ins Offene“ verbindet eine Arie Johann Sebastian Bachs aus der Matthäuspassion mit einer Komposition von mir mit dem Hölderlin-Text. Letzterer stammt aus der Elegie „Der Gang aufs Land“ von 1801. Der Text drückt wunderbar unsere momentanen Zustände aus und hatte mich gleich gepackt.
In der Umsetzung habe ich unter Bekannten um Mitwirkung geworben und schnelle Zusagen erhalten, ohne das die betreffenden allzu viel Genaues wussten. Jeder musste seinen Part für sich aufnehmen und dabei meinen zuerst aufgenommenen Take mit der Orgel im Ohr haben. Timing und Intonation sind in dieser Konstellation besonders schwierig. Auf digitalen Wegen kam alles Material wieder zu mir und ich habe als erstes eine Tonspur erstellt. Die Küchenakustik, Pegel und Dynamikumfang  so mancher Aufnahme musste ein wenig angepasst werden. Aber es wurde schnell klar, dass alles gut zusammenpassen wird und die Idee funktioniert. Den Zwischenstand habe ich von meinen Mitstreitern abnicken lassen, damit am Ende auch jeder zufrieden ist. Hierbei bekamen sie zum ersten Mal eine Idee vom Endergebnis und man konnte erstmals hören, wie sich vor allem die E-Gitarre mit dem Gesang vertragen wird. Zu guter Letzt habe ich die Videos mit der Tonspur verbunden und damit meinen Rechner an bisher unbekannte Abgründe gebracht. Das sind schon einige Rechenleistungen und mir wurde mal wieder bewusst, warum die Profis, die mit solchen Dingen ständig umgehen auf die Geräte der Marke mit dem Fruchtsymbol schwören. Die Idee der Schwarz-Weiß-Umsetzung ergab sich schon sehr früh, denn die einzelnen Videos sind so verschieden in ihrer Farbgebung, dass sie so am besten harmonieren. Nebenbei passt der zurückgenommene Bildstil auch zum Inhalt."