fruehling

Bild: emsz

Weltgebetstag 2021 aus Vanatu

20. Februar 2021

Worauf bauen wir?

Bild: Weltgebetstag der Frauen

Südseeinseln der Ausgangspunkt für den Weltgebetstag 2021

Beim Wort Südseeinseln entstehen vor dem inneren Auge Bilder von sonnenbeschienen Palmeninseln und fröhlichen Bewohner/Innen, die in scheinbar paradiesischen Zuständen leben. Die Frauen des pazifischen Inselstaates Vanuatu erarbeiteten in diesem Jahr die Gottesdienstordnung für den weltweit gefeierten Gebetstag.
Felsenfester Grund für alles Handeln sollten Jesu Worte sein. Dazu wollen die Frauen aus Vanuatu in ihrem Gottesdienst zum Weltgebetstag 2021 ermutigen. „Worauf bauen wir?“, ist das Motto des Weltgebetstages aus Vanuatu, in dessen Mittelpunkt der Bibeltext aus Matthäus 7, 24 bis 27 stehen wird. Denn nur das Haus, das auf festen Grund stehe, würden Stürme nicht einreißen, heißt es in der Bibelstelle bei Matthäus. Dabei gibt es Hören und Handeln in Einklang zu bringen: „Wo wir Gottes Wort hören und danach handeln, wird das Reich Gottes Wirklichkeit. Wo wir uns daran orientieren, haben wir ein festes Fundament – wie der kluge Mensch im biblischen Text. Unser Handeln ist entscheidend“, sagen die Frauen in ihrem Gottesdienst.
Ein Ansatz, der in Vanuatu in Bezug auf den Klimawandel bereits verfolgt wird. Denn die 83 Inseln im pazifischen Ozean sind vom Klimawandel betroffen, wie kein anderes Land, und das, obwohl es keine Industrienation ist und auch kaum Kohlenstoffdioxid ausstößt. Die steigenden Wassertemperaturen gefährden Fische und Korallen. Durch deren Absterben treffen die Wellen mit voller Wucht auf die Inseln und tragen sie Stück für Stück ab. Zudem steigt nicht nur der Meeresspiegel, sondern auch die tropischen Wirbelstürme werden stärker. So zerstörte zum Beispiel 2015 der Zyklon Pam einen Großteil der Inseln, 24 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Wirbelsturm. Um dem entgegen zu wirken, gilt seit zwei Jahren in Vanuatu ein rigoroses Plastikverbot. Wer dagegen verstößt muss mit einer Strafe von bis zu 900 Dollar rechnen.
Doch nicht alles in dem Land ist so vorbildlich. So sitzt im vanuatuischen Parlament keine einzige Frau, obwohl sich 15 Frauen zur Wahl stellten. Frauen sollen sich „lediglich“ um das Essen, die Kinder und die Pflege der Senioren/Innen kümmern. Auf sogenannten Mammas-Märkten verkaufen viele Frauen das, was sie erwirtschaften können: Gemüse, Obst, gekochtes Essen und einfache Näharbeiten. So tragen sie einen Großteil zum Familieneinkommen bei. Die Entscheidungen treffen die Männer, denen sich Frauen traditionell unterordnen müssen. Machen Frauen das nicht, drohen ihnen auch Schläge. Das belegt die einzige Studie über Gewalt gegen Frauen in Vanuatu, die 2011 durchgeführt wurde: 60% der befragten 2300 Frauen gaben demnach an, dass ihr Mann schon einmal gewalttätig geworden sei.
Mit seiner Projektarbeit unterstützt der Weltgebetstag Frauen und Mädchen weltweit: Zum Beispiel im pazifischen Raum, auch auf Vanuatu. Dort lernen Frauen sich über Medien eine Stimme zu verschaffen, damit ihre Sichtweisen und Probleme wahrgenommen werden. Oder in Indonesien, wo Frauen neben ökologischen Landbau lernen, welche Rechte sie haben und wie sie um deren Einhaltung kämpfen. Spenden zur Unterstützung der Projekte sind möglich unter: Weltgebetstag der Frauen e.V. DE60 5206 0410 0004 0045 40
Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagieren sich Frauen seit über 100 Jahren für den Weltgebetstag und machen sich stark für Rechte von Frauen und Mädchen in Kirche und Gesellschaft. Allein in Deutschland werden um den 05. März viele Menschen ein Gebet um die Welt schicken in Gottesdiensten, in Andachten, im Gottesdienst „to go“ und in vielen anderen Formaten bedingt durch die Corona-Pandemie.
Gottesdienstangebote im Kirchenkreis Nienburg:
Kath. Kirche St. Bernward, 19 Uhr, mit Anmeldung
St. Laurentius Liebenau, 16 Uhr und 19 Uhr, mit Anmeldung
Gottesdienst „to go“ an den Kirchen Steimbke und Rodewald, sowie Kapelle Lichtenhorst
von 17 – 19 Uhr
Heike Köster