Taizelichter

Bild: M. Logemann

Angedacht

19. August 2019

Veränderte Vorfahrt

An manchen Straßen Nienburg und im Landkreis gibt es Baustellen. Manche Ampel ist neu. Jetzt müssen diejenigen, die von der vorfahrtsberechtigten Straße kommen, auch mal stehenbleiben und warten.

Ungewohnt ist das – aber denen, die von der Nebenstraße kommen, tut das gut. Endlich kommen sie auch voran, endlich kommen sie auch gefahrlos auf die Hauptstraße.

Ob das unserer Welt nicht auch guttut?

Ja, es ist gut, wenn die, die sonst immer die Vorfahrt haben, auch mal warten müssen.

Es ist gut, wenn die, die sonst immer auf den Nebenstraßen dieser Welt warten müssen, auch mal Vorfahrt bekommen. Wenn sie gesehen und gehört werden mit ihren Vorstellungen von einer gerechteren und friedlicheren Welt. Wenn sie wahrgenommen werden mit ihren Gedanken dazu, welches Wachstum uns ALLEN guttut und welches Wachstum nur einigen Wenigen nützt. Muss wirklich wirtschaftliches Wachstum Vorfahrt haben vor sozialen Leistungen?

Wer erfindet so eine Ampelanlage?

Aber eigentlich gibt es ja genug Ampeln, die unser Vorankommen regeln; wir müssen sie nur wahrnehmen:

Liebe deine Nächsten wie dich selbst.

Mit dieser einen Regel können wir gut durchs Leben kommen.

Wir und unsere Nächsten befinden uns dann mal auf einer Hauptstraße des Lebens und mal auf einer Nebenstraße, weil die Ampel unseres Lebens mal auf rot und mal auf grün steht und daher für alle Menschen Gerechtigkeit herrschen kann.

Liebe deine Nächsten wie dich selbst – eine Aufforderung, mit der wir alle gut durchs Leben kommen können!

Renner-Venz
Pastorin Dorothee Renner-Venz