Taizelichter

Bild: M. Logemann

Angedacht

25. Juni 2020

Wer glaubt, wird selig

Logisch ist die Geschichte nicht, die morgen in vielen Kirchen zu hören sein wird. Die ganze Nacht über hat Simon nicht einen einzigen Fisch gefangen. Und nun fordert Jesus ihn am helllichten Tag auf, noch einmal seine Netze auszuwerfen. Auch wer die biblische Geschichte nicht kennt, ahnt, wie es weitergeht. Unerklärlicherweise fängt Simon nun Fische. Und zwar so viele, dass die Netze zu reißen beginnen. Simon muss sogar seine Kollegen im Nachbarboot zur Hilfe herbeiwinken. Am Ende sind beide Boote so voll, dass sie fast sinken. Ein kleines Fischwunder eben.

Noch wunderlicher als den Fischfang jedoch finde ich Simons Verhalten. Nur weil Jesus ihn darum bittet, macht er sich auf den Weg.

Ich selber hätte vermutlich nicht so gehandelt. Wahrscheinlich hätte ich die Boote am Ufer liegen lassen, mir einen schönen Tag gemacht und es dann in der nächsten Nacht erneut probiert. Irgendwann hätte ich dann auch einige Fische gefangen, auch einmal ein paar größere. Doch das Wunder mitten am Tage hätte ich verpasst, ohne es zu merken.

 

Genau betrachtet lebe ich weithin so. Ich gehe meiner Arbeit nach und meine, selber am besten zu wissen, was zu tun sei. Mir geht es auch ganz gut dabei. Und ich bilde mir ein, dass ich mir mein Hab und Gut selber erarbeitet habe. Dabei übersehe ich, dass das meiste in meinem Leben mir unverdient geschenkt wurde.

Simon hingegen hat die Verheißung des Wortes gehört. Er hat ihr Vertrauen geschenkt und dabei die Fülle des Lebens entdeckt. Dabei war der Fischfang am Anfang seines Lebens mit Jesus das kleinste im Vergleich zu den Wundern, die noch folgen sollten.

So unlogisch es auf den ersten Blick auch erscheinen mag: Wer glaubt, wird selig.

Pastor Hallwaß
Pastor Dietmar Hallwaß