Die Kirchenkreissynode des Kirchenkreises Nienburg ist vergangene Woche in Langendamm zusammengekommen. Nach einer Andacht mit der Einführung von Mara Kakoschke als Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit gab Superintendentin Dr. Christiane de Vos Einblicke in den aktuellen Stand des geplanten Fusionsprozesses der Kirchenkreise Nienburg, Grafschaft Schaumburg, Stolzenau-Loccum und Neustadt-Wunstorf.
Nachdem sich Ende Mai auch der Kirchenkreis Stolzenau-Loccum einstimmig für den Start des Prozesses ausgesprochen hatte, arbeiten verschiedene Arbeitsgruppen an den Grundlagen für eine mögliche Fusion weiter. Bis September 2026 sollen Satzungen, Beschlussvorlagen und weitere Entscheidungsgrundlagen erarbeitet werden. Für den 14. und 17. September sind digitale Info-Abende für Synodale vorgesehen, in denen die Zwischenergebnisse vorgestellt werden.
Die Entscheidung über einen gemeinsamen Antrag an das Landeskirchenamt zur Fusion liegt bei den vier Kirchenkreissynoden. Gesteuert wird der Prozess durch die Superintendentinnen und Superintendenten sowie die Leitung des Kirchenamtes. Sollte es im November 2026 zu entsprechenden Beschlüssen kommen, könnte der neue Kirchenkreis nach aktueller Planung zum 1. Januar 2028 entstehen. 2027 würden weitere Themen wie Finanz- und Stellenplanung sowie organisatorische Strukturen bearbeitet.
Ziel des Prozesses ist es, kirchliche Arbeit vor Ort langfristig zu stärken und gleichzeitig Leitungsstrukturen zu verschlanken. Vor dem Hintergrund zurückgehender Mitgliederzahlen und Ressourcen sollen übergeordnete Strukturen reduziert werden, um mehr Gestaltungsspielraum vor Ort zu ermöglichen.
Einen weiteren Schwerpunkt der Synode bildete die Verabschiedung des Klimaschutzkonzepts. Torsten Rötschke, Vorsitzender der Synode, stellte das erarbeitete Konzept vor, das die Handlungsfelder Energiemanagement, Mobilität, regionale Stromerzeugung sowie nachhaltige Bewirtschaftung von Kirchenland umfasst. Angesichts der ambitionierten Klimaziele der Landeskirche sei das Konzept als „Beschluss, sich auf den Weg zu machen“ zu verstehen.
Pastorin Cordula Schmid-Waßmuth informierte über die Arbeit der Landessynode. Diese hat ein neues Kirchengesetz zur Prävention sexualisierter Gewalt verabschiedet, das die rechtlichen Grundlagen im Umgang mit Prävention, Intervention und Aufarbeitung stärkt und zum 1. Juli in Kraft tritt. Auch der Themenschwerpunkt „Demokratie stärken“ spielt eine zentrale Rolle. Dabei wurde betont, dass Kirche Verantwortung für die Demokratie übernimmt und menschenfeindlichen sowie demokratiegefährdenden Entwicklungen klar begegnen will. Außerdem wurde eine Jugendsynode beschlossen, die im November 2027 stattfinden soll und die Beteiligung junger Menschen stärker in den Mittelpunkt rückt.
Aus dem Kirchenamt Wunstorf berichtete der Leiter Oberkirchenrat Sven Heindorf über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Digitalisierung und Ressourcensteuerung. Kirchenmusikdirektorin Tina Röber-Burzeya stellte das neue Kinderchor-Angebot nach den Sommerferien in Marklohe und Erichshagen vor.