Die Synode des Kirchenkreises Nienburg hat sich in ihrer Sitzung am vergangenen Donnerstag, 12. März 2026, einstimmig dafür ausgesprochen, einen Prozess zur Vorbereitung einer möglichen Fusion mit den Kirchenkreisen Grafschaft Schaumburg, Stolzenau-Loccum und Neustadt-Wunstorf aufzunehmen. Enthaltungen gab es keine. Die Sitzung fand im Gemeindehaus der Kirchengemeinde St. Michael in Nienburg statt.
Mit dem Beschluss wird zunächst ein Prüf- und Gestaltungsprozess gestartet. Über eine tatsächliche Fusion ist damit noch nicht entschieden. Ziel ist es, in den kommenden Monaten eine Entscheidungsgrundlage zu erarbeiten. Als möglicher Zeitpunkt für den Zusammenschluss zu einem Kirchenkreis unter dem Arbeitstitel „Leine-Mittelweser“ wird derzeit der 1. Januar 2028 in den Blick genommen.
Die Überlegungen stehen im Zusammenhang mit langfristigen Veränderungen in Kirche und Gesellschaft. Verantwortliche aus den beteiligten Kirchenkreisen sehen in einer engeren Zusammenarbeit die Chance, Strukturen weiterzuentwickeln und mehr Spielraum für die kirchliche Arbeit vor Ort zu gewinnen. Superintendentin Dr. Christiane de Vos verwies darauf, dass viele kirchliche Strukturen noch aus Zeiten stammen, in denen die Kirche deutlich größer gewesen sei. Es gehe deshalb darum, Abläufe und Organisation so weiterzuentwickeln, dass sie zur heutigen Situation passen: „Lassen Sie uns zusammenlegen, was unsere Arbeit einfacher und stärker macht. So haben wir mehr Zeit und Kraft, lebendige Kirche vor Ort zu sein.“
Bereits heute arbeiten die vier Kirchenkreise in verschiedenen Bereichen zusammen, etwa in der Verwaltung oder in einzelnen Projekten. Der nun beginnende Prozess soll prüfen, wie diese Kooperation weiterentwickelt werden kann. In den kommenden Monaten sollen dafür insbesondere gemeinsame rechtliche und finanzielle Grundlagen erarbeitet werden. Erfahrungen und Perspektiven aus Gemeinden, Kirchenvorständen und Gremien sollen in den Prozess einfließen.
Ende Februar hat bereits der Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf grünes Licht für die Aufnahme eines solchen Prozesses gegeben. In der vergangenen Woche stimmte auch die Synode der Grafschaft Schaumburg dafür, entsprechende Gespräche aufzunehmen. Im Kirchenkreis Stolzenau-Loccum steht die Beratung Ende Mai an.
Neben der Diskussion über einen möglichen Fusionsprozess befasste sich die Synode auch mit weiteren Themen. Vorgestellt wurde unter anderem der aktuelle Stand des Gebäudeprozesses im Kirchenkreis Nienburg, dessen Beratungen in den Regionen bislang konstruktiv und vertrauensvoll verlaufen.
Weitere Berichte gab es aus dem Bereich Klimaschutz sowie aus der Bildungsarbeit des Kirchenkreises, die mit dem Podcast-Format „maulSCHAU“ insbesondere jüngere Zielgruppen erreicht und online gute Zugriffszahlen verzeichnet. Auch aus dem Kirchenamt wurde über aktuelle Entwicklungen berichtet.
(Text: Kakoschke)