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Deutschland und der Islam

Nachricht 07. Mai 2016
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Bild: M. Lechler

Superintendent Martin Lechler äußert sich zum Grundsatzprogramm der AfD

Aus aktuellem Anlass wurde Superintendent Martin Lechler von der Harke am Sonntag gebeten, in drei, vier Sätzen zu schildern, welche Gedanken ihm durch den Kopf gehen, wenn er hört, dass die AfD den Satz "Der Islam gehört nicht zu Deutschland" in ihr Grundsatzprogramm aufgenommen hat.

Lechler antwortete daraufhin:

"Angesichts der Tatsache, dass mehrere Millionen Mitbürgerinnen und  Mitbürger in unserem Land Muslime sind, halte ich den Satz „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ für absurd. Dieser Satz ist ausgrenzend. unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung garantiert die freie Ausübung von Religion, welche sich allerdings den Gesetzen unseres Landes unter zu ordnen hat. Dies sieht die Trennung von Staat und Kirche (bzw. Moschee, Synagoge, Tempel) so vor. Das Grundsatzprogramm der AfD ist für mich irreführend und gefährlich. Ich erwarte eine rasche Überprüfung, ob die Passagen zum Islam in diesem Programm mit unserem Grundgesetz konform sind. Für mich gehören die Muslime zu Deutschland und wir tun gut daran, miteinander ins Gespräch zu kommen, auch über religiöse Fragen, und unser Leben miteinander zu teilen. Nur so wächst eine friedliche, gerechte, tolerante Gesellschaft, in der wir alle gern leben mögen."